Jede Anzeige steckt in einer dreistufigen Struktur, die alle Plattformen ähnlich verwenden. Dieses Kapitel erklärt die drei Ebenen, was adfinity daraus macht und warum das Kampagnenobjektiv fast alles Weitere bestimmt.
Die drei Ebenen
Kampagne: die oberste Ebene. Hier steht das Kampagnenobjektiv: Was soll die Werbung bewirken? Dazu kommen die spezielle Anzeigenkategorie und die Frage, ob das Budget hier oder eine Ebene tiefer liegt.
Anzeigengruppe: die mittlere Ebene. Hier steht das Wie: an wen ausgeliefert wird (Standorte, Alter, Geschlecht, Merkmale), wie viel es kosten darf, wie lange es läuft, wohin ein Klick führt und worauf Meta optimiert.
Anzeige: die unterste Ebene. Hier steht das Was: Bild oder Video, Text, Handlungsaufruf, und unter welcher Seiten-Identität die Anzeige erscheint.
Eine Kampagne kann mehrere Anzeigengruppen enthalten, eine Anzeigengruppe mehrere Anzeigen. In adfinity arbeitest du je Durchgang mit einer Kampagne und einer Anzeigengruppe, aber mit beliebig vielen Anzeigen. Die heißen dort Variante.
Was adfinity daraus macht
adfinity fasst die drei Ebenen zu einem Auftrag zusammen. Ein Auftrag ist das, was du in einem Durchgang anlegst und in einem Stück an die Plattform sendest; in den Listen erscheint er als eine Zeile, auch wenn mehrere Varianten dahinterstecken.
Der Editor arbeitet deshalb nicht ebenenweise, sondern in sieben Schritten, die quer über die Ebenen greifen. Was wo landet:
| Schritt | Speichert auf Ebene |
|---|---|
| 1 Typ | Kampagne (Objektiv, Kategorie, Budgetstrategie) und Anzeige (Seite) |
| 2 Zeitraum | Anzeigengruppe |
| 3 Budget | Kampagne und Anzeigengruppe, je nach Budgetstrategie |
| 4 Zielgruppe | Anzeigengruppe |
| 5 Ziel | Anzeigengruppe (Konversionsort, Leistungsziel, Pixel) und Anzeige (URL, Formular) |
| 6 Gestaltung | Anzeige, je Variante |
| 7 Übersicht | nur Namen, Kommentar und Tags |
Daraus folgt eine Regel, die im Alltag oft überrascht: alle Varianten teilen Zeitraum, Budget und Zielgruppe. Wer zwei Zielgruppen gegeneinander testen will, braucht zwei Aufträge, keine zwei Varianten.
Zwei Sichten zeigen dasselbe von verschiedenen Seiten:
- Auftragssicht: was du gebaut hast, in der Reihenfolge deiner Arbeit.
- Plattformsicht: Kampagne, Anzeigengruppe und Anzeige einzeln, so wie Meta sie führt. Darüber kommst du an die Zahlen je Ebene.
Neu anlegen oder Bestehendes weiterverwenden
adfinity muss nicht immer eine neue Struktur bauen. Auf beiden oberen Ebenen kannst du an eine bereits bei Meta bestehende anknüpfen:
- Neue Kampagne anlegen oder Bestehende Kampagne verwenden (Schritt 1)
- Neue Anzeigengruppe oder Bestehende Anzeigengruppe verwenden (Schritt 2, unter Erweiterte Einstellungen)
Wählst du Bestehendes, verschwinden die zugehörigen Eingabefelder und an ihrer Stelle steht ein grauer Kasten mit den Werten, die bei Meta hinterlegt sind: Name, Objektiv, spezielle Anzeigenkategorien, Budgetstrategie, Zeitraum, Budget. adfinity zeigt sie an, ändert sie aber nicht. Der Satz dazu im Editor: „Der Schaltzeitraum kommt von der bestehenden Meta-Anzeigengruppe und kann hier nicht geändert werden."
Der Nutzen: eine funktionierende Kampagnenstruktur muss nicht jedes Mal neu entstehen und die Lernphase nicht bei null anfangen. Der Preis: du übernimmst die Einstellungen mit. Liegt das Kampagnenbudget einer bestehenden Kampagne außerhalb der Grenzen deines Unternehmens, blockiert adfinity die Buchung und sagt es klar: „Das Kampagnenbudget der bestehenden Kampagne (…) liegt außerhalb der erlaubten Grenzen (…). Die Buchung kann so nicht abgeschlossen werden, wähle eine andere Kampagne oder passe das Budget in Meta an."
Die fünf Kampagnenobjektive
Für Meta stehen in adfinity fünf Objektive zur Auswahl. Die Auswahl trägt jeweils eine kurze und eine lange Bezeichnung, in der Leiste steht die kurze:
| Kurz | Vollständig | Beschreibung in der App |
|---|---|---|
| Image | Image-Kampagne | „Mache deine Marke bekannter mit einer Image Kampagne. Lass die Leute wissen, dass du da bist" |
| Traffic | Traffic-Kampagne | „Steigere den Traffic deiner Webseite mit einer Traffic Kampagne." |
| Lead | Lead-Kampagne | „Generiere Leads mit einem Lead Formular ohne Webseite und generiere neue Interessenten, Kunden oder Bewerber." |
| Engagement | Engagement-Kampagne | „Erhöhe das Engagement deiner Social Media Seite und deiner Anzeige mit einer Engagement Anzeige." |
| Sales | Sales-Kampagne | „Maximiere Verkäufe mit einer Sales-Kampagne." |
Unter der Auswahl zeigt adfinity, welche Konversionsorte dieses Objektiv zulässt, als kleine Marken. Sind mehrere möglich und einer nötig, steht dabei „Es ist mindestens ein Ziel erforderlich."; ist genau einer möglich und freiwillig, „Ein Ziel ist optional."
Die Konversionsorte, die dabei auftauchen können:
| Konversionsort | Was passiert beim Klick |
|---|---|
| Website | Der Nutzer landet auf einer URL von dir |
| In deiner Anzeige | Alles passiert in der Anzeige selbst, ohne Absprung |
| Instant Forms | Ein Formular direkt bei Meta |
| Website und Instant Forms | Beides zusammen: URL für die Messung, Formular in der Anzeige |
| Messaging-Apps | Meta öffnet einen Chat mit deiner Seite, es gibt keine Ziel-URL |
| Instagram- oder Facebook-Profil | Der Nutzer landet auf deinem Auftritt, das Creative nutzt die Seiten-URL |
Warum das Objektiv so viel bestimmt
Das Kampagnenobjektiv ist keine Beschriftung, sondern eine Weiche. An ihm hängt in adfinity:
- welche Konversionsorte in Schritt 5 zur Auswahl stehen,
- welche Leistungsziele es je Konversionsort gibt,
- welche Gebotsstrategien möglich sind, und ob ein Betrag dazu abgefragt wird,
- ob überhaupt ein Anzeigengruppenbudget wählbar ist (bei Image nicht: „Für dieses Kampagnenziel wird nur ein Kampagnenbudget verwendet. Ein Anzeigengruppenbudget ist nicht verfügbar."),
- ob eine Frequenzsteuerung angeboten wird,
- ob ein Pixel und ein Conversion-Event verlangt werden,
- wohin ein beworbener bestehender Beitrag führen darf: bei Interaktionen in den Beitrag selbst, bei Traffic, Sales und Leads auf eine Website, bei Bekanntheit ohne Konversionsort. Nur Instant Forms gibt es dort nicht, ein Beitrag bringt kein Formular mit,
- ob Advantage+ catalog ads und eine Produktpalette erscheinen (nur Sales),
- welche Handlungsaufrufe in der Auswahlliste stehen.
Ein nachträglicher Wechsel des Objektivs ist deshalb in der Regel kein Bearbeiten, sondern ein Neuanlegen. Bei einer bereits veröffentlichten Kampagne sperrt adfinity die Auswahl ganz.
Was im Hintergrund passiert
adfinity kennt die erlaubten Kombinationen von Meta und wendet sie an, während du auswählst. Der Weg durch den Editor ist deshalb kein Formular, das man frei füllt, sondern eine Kette von Entscheidungen: Objektiv → Budgetart → Gebotsstrategie → Konversionsort, und jede davon verkleinert, was danach noch möglich ist.
Das ist der Grund, warum eine Auswahl manchmal ausgegraut ist, verschwindet oder plötzlich ein zusätzliches Feld erscheint, wenn du oben etwas änderst: nicht weil adfinity die Möglichkeit nicht kennt, sondern weil die Kombination bei Meta nicht existiert. Vorher zu prüfen ist billiger, als eine abgelehnte Anzeige hinterher zu reparieren.
An manchen Stellen geht das noch feiner: bei Engagement mit Konversionsort in der Anzeige entscheidet zusätzlich der Engagement-Typ (Video-Ansichten oder Post-Engagement) über die Leistungsziele, und bei Video-Ansichten wechselt sogar die Art der Frequenzsteuerung von Impressionen auf Videowiedergaben.
Die spezielle Anzeigenkategorie
Meta verlangt für bestimmte Themen eine Einordnung, weil dort Targeting-Einschränkungen gelten. adfinity fragt sie in Schritt 1 unter Kampagnen-Einstellungen ab, mit fünf Möglichkeiten:
| Kategorie | Wofür |
|---|---|
| Normal | „Standard-Werbekampagnen ohne besondere Einschränkungen" |
| Recruiting | Stellenangebote, Ausbildung, Karriere |
| Wohnraum | Miet- oder Kaufangebote |
| Finanzdienstleistungen | Kredite, Versicherungen, Kreditkarten |
| Wahlwerbung | Politische Themen, Wahlen, gesellschaftliche Anliegen |
Alles außer Normal hat eine unmittelbar sichtbare Folge: in Schritt 4 verschwindet der ganze Zielgruppen-Abschnitt mit Alter, Geschlecht und demografischen Merkmalen. Übrig bleiben die Standorte, und für die gilt ein größerer Mindestradius. Das ist eine Vorgabe von Meta, keine Einstellung von adfinity.
Häufige Fragen
Muss ich die Ebenen kennen, um eine Anzeige zu schalten? Nein, der Editor führt dich durch. Es hilft aber beim Auswerten: Reichweite und Kosten entstehen auf der Ebene der Anzeigengruppe, Klickraten auf der Ebene der einzelnen Anzeige.
Was ist eine Variante? Eine weitere Anzeige in derselben Anzeigengruppe: gleicher Zeitraum, gleiche Zielgruppe, gleiches Budget, anderes Bild oder anderer Text. Siehe Varianten, Medien und Vorschau.
Kann ich mehrere Anzeigengruppen in einem Auftrag anlegen? Nein. Ein Auftrag hat eine Anzeigengruppe. Mehrere Zielgruppen fährst du als mehrere Aufträge, das hält die Auswertung sauber.
Heißt „Auftrag" bei der Plattform auch so? Nein, das ist ein Begriff von adfinity. Bei Meta, TikTok und LinkedIn findest du nur Kampagne, Anzeigengruppe und Anzeige.
Warum sehe ich weniger Objektive, als Meta anbietet? adfinity beschränkt sich auf die fünf, für die die Regeltabelle vollständig gepflegt ist. App-Promotion etwa gibt es bei Meta, in adfinity aber nicht: eine halb unterstützte Kombination würde erst beim Senden auffallen.