TikTok und LinkedIn haben ihre eigenen Editoren, und die folgen derselben Schrittfolge wie der von Facebook. Dieses Kapitel nennt nur die Unterschiede: die Ziele, die Formate, die Zielgruppen und die Stellen, an denen die Plattform etwas verlangt, das Meta nicht kennt.
Alles, was hier nicht steht, funktioniert wie in Teil 3 beschrieben. Lies also zuerst Wie eine Anzeige aufgebaut ist und Facebook-Anzeige anlegen, dann dieses Kapitel als Ergänzung.
Was in allen drei Editoren gleich ist
Alle drei arbeiten dieselben sieben Schritte ab, mit denselben Namen:
Typ · Zeitraum · Budget · Zielgruppe · Ziel · Gestaltung · Übersicht
Dazu gilt überall: die dreistufige Struktur, „Weiter" speichert und prüft, du kommst nicht weiter als du warst, der Entwurf entsteht automatisch, und Pausieren und Fortsetzen liegen in derselben Auftragsliste.
Nicht überall gleich sind zwei Aktionen auf der Anzeigenseite: Bearbeiten und Erneut bestellen stehen bei Facebook und LinkedIn zur Verfügung, bei TikTok nicht.
| Thema | Gilt für alle drei |
|---|---|
| Aufbau | Kampagne → Anzeigengruppe → Anzeige |
| Editor | Sieben Schritte, Speichern je Schritt, kein Vorspulen |
| Entwürfe | Automatisch, je Plattform eine Liste |
| Aufträge | Pausieren und Fortsetzen; Bearbeiten und Erneut bestellen bei Facebook und LinkedIn |
| Freigabe | Dieselbe Freigabe, plattformübergreifend |
| Berichte | Eine Auswertung über alle Plattformen hinweg |
TikTok
Drei Kampagnenobjektive
Bei TikTok stehen genau drei zur Auswahl:
| Objektiv | Beschreibung in der App |
|---|---|
| Traffic | „Sende Leute auf irgendeine URL, Landing-Page oder Blog Post." |
| Webseiten-Conversions | „Sende Leute auf deine Webseite, TikTok Instant Page und tracke Käufe oder Warenkorb Aktionen." |
| Lead-Kampagne | „Generiere Leads mit einem Lead Formular ohne Webseite …" |
Mehr gibt es hier nicht. Was dein Ziel bei Meta heißt, heißt bei TikTok nicht unbedingt genauso, und einiges gibt es gar nicht.
Zwei Verbindungen, zwei Rollen
Für Anzeigen brauchst du die TikTok-Werbeverbindung. TikTok Posts ist eine getrennte Verbindung und nur für organische Beiträge zuständig; auch die Seiten-Zuordnung ist getrennt, siehe Seiten und Werbekonten zuordnen. Wer nur eine der beiden verbunden hat, sieht die jeweils andere Hälfte des Bereichs nicht.
Die Zielgruppe ist knapper
Vier Angaben: Standorte (durchsuchbar), Altersgruppen als Auswahl statt als Spanne, Geschlecht und Interessen-Kategorien (ebenfalls durchsuchbar). Die feinen Verhaltensmerkmale von Meta und Metas Advantage+ Audience gibt es hier nicht.
Der Unterschied bei den Altersgruppen ist praktisch relevant: du wählst Blöcke, nicht „von 27 bis 41".
Das Ziel
Neben der Website-URL kennt TikTok eine eigene Zielart, die Instant Page: „Eine Tik Tok Instant Page ist eine interne Landing Page die du im Tik Tok Werbeanzeigenmanager einrichten und konfigurieren kannst." Angelegt wird sie bei TikTok, ausgewählt in adfinity.
Video ist der Normalfall
TikTok-Anzeigen leben von Bewegtbild im Hochformat. Ein Bild funktioniert technisch, wirkt im Umfeld aber fremd. Die technischen Vorgaben je Format sind in adfinity hinterlegt und werden vor dem Senden geprüft.
Bestehende Kampagne weiternutzen
Das ist der größte Unterschied zum Facebook-Editor. Im ersten Schritt entscheidest du bei LinkedIn zweimal getrennt:
- Kampagne: „Neue Kampagne anlegen oder diese Anzeige in eine bestehende LinkedIn-Kampagne einhängen."
- Anzeigengruppe: „Neue Anzeigengruppe anlegen oder diese Anzeige in eine bestehende LinkedIn-Anzeigengruppe legen."
Beides lässt sich kombinieren: bestehende Kampagne mit neuer Anzeigengruppe, oder beides bestehend. Wählst du Bestehende Kampagne, zeigt adfinity eine Karte mit Name, Ziel, Budget und Zeitraum der gewählten Kampagne, damit du vor dem Weitergehen siehst, worauf du dich einlässt.
Zur Auswahl stehen nur Kampagnen, in die adfinity wirklich buchen kann: aktiv oder pausiert, Zeitraum weder abgelaufen noch kürzer als eure Minimale Anzeigenlänge in Tagen, und mit einem Budget, aus dem sich buchen lässt. Ist keine übrig, sagt adfinity es und bietet den geraden Weg an: „Die vorhandenen Kampagnen dieses Werbekontos können nicht verwendet werden — abgeschlossen, Zeitraum abgelaufen oder ohne buchbares Budget. Lege eine neue Kampagne an."
Für Anzeigengruppen gilt dasselbe, zusätzlich muss das Format eines sein, das adfinity buchen kann: „Die Anzeigengruppen dieser Kampagne können nicht verwendet werden — abgeschlossen, Zeitraum abgelaufen oder mit einem Format, das adfinity nicht unterstützt. Lege eine neue Anzeigengruppe an."
Was im Hintergrund passiert
Die Auswahllisten zeigen den Stand des letzten Abgleichs mit LinkedIn, nicht den Live-Stand des Campaign Managers. Eine Kampagne, die du eben dort angelegt hast, erscheint deshalb erst nach dem nächsten Abgleich — und eine, die du dort beendest, verschwindet mit derselben Verzögerung wieder. Wenn du beides parallel bedienst, lege in LinkedIn an und wähle in adfinity erst nach dem Abgleich aus.
Was eine übernommene Anzeigengruppe festlegt
Eine bestehende Anzeigengruppe gehört LinkedIn, nicht adfinity — und sie gehört allen Anzeigen darin gemeinsam. Deshalb sind die Schritte, die sie beschreiben würden, gesperrt: „Targeting, Budget, Zeitraum und Format gehören der bestehenden LinkedIn-Anzeigengruppe – hier kommt nur das Creative dazu." Du siehst die Werte weiterhin, kannst sie aber nicht ändern; der Weg dafür ist der LinkedIn Campaign Manager.
Übernimmst du nur die Kampagne und legst eine neue Anzeigengruppe an, bleibt mehr in deiner Hand — mit einer Grenze: „Keine Anzeigengruppe läuft über das Enddatum der Kampagne hinaus." Wählst du ein späteres Ende, weist adfinity es im Schritt Zeitraum ab: „Die Anzeigengruppe darf nicht über das Ende der bestehenden Kampagne (31.10.2026) hinaus laufen." Der Kampagnenzeitraum selbst ist dann ebenfalls fest: „Der Zeitraum gehört der bestehenden LinkedIn-Kampagne und kann hier nicht geändert werden."
Erneut bestellen
Auch bei LinkedIn legt Erneut bestellen in der Auftragsliste einen neuen Auftrag aus einem bestehenden an, und du entscheidest unter Wohin soll die Kopie?:
| Auswahl | Was passiert |
|---|---|
| In die aktuelle Anzeigengruppe | „Neue Anzeige in der bestehenden Kampagne und Anzeigengruppe, nur das Creative ist bearbeitbar." |
| Neue Anzeigengruppe | „Es wird eine neue Anzeigengruppe in der bestehenden Kampagne erstellt." |
| Alles neu | „Es werden eine neue Kampagne und Anzeigengruppe erstellt." |
adfinity schlägt die weitestgehende Wiederverwendung vor, die noch möglich ist, und schaltet die anderen Möglichkeiten ab, wenn sie es nicht sind — mit dem Grund daneben. Taugt die alte Kampagne nicht mehr, weicht adfinity beim Absenden selbstständig aus und sagt im Editor, warum: „Die Restlaufzeit der Kampagne liegt unter 7 Tagen – es wurden eine neue Kampagne und Anzeigengruppe erstellt." oder „Die Anzeigengruppe der Originalanzeige gehört inzwischen zu einer anderen Kampagne – es wurde eine neue Anzeigengruppe in derselben Kampagne erstellt."
Das Anzeigenformat ist ein eigener Schritt
Was Meta über Platzierungen löst, löst LinkedIn über das Anzeigenformat: „Wähle das Format, das am besten zum Ziel deiner Anzeigengruppe passt." Zur Auswahl stehen Einzelbild, Karussell, Video, Textanzeige, Spotlight, Nachricht, Konversation, Event, Dokument, Follower und Jobs.
Nicht jedes Format passt zu jedem Objektiv: „Dieses Anzeigenformat ist für das Kampagnenziel nicht verfügbar." Und eine aus LinkedIn importierte Anzeigengruppe kann ein Format tragen, das adfinity nicht buchen kann; dann bleibt es erhalten, die Bearbeitung ist aber blockiert, bis du ein unterstütztes Format wählst.
Zielgruppe nach Beruf statt nach Interesse
Das ist der eigentliche Grund, bei LinkedIn zu werben. Neben den Standorten (Pflicht) baust du die Zielgruppe aus Kriterien, die es sonst nirgends gibt:
| Bereich | Kriterien |
|---|---|
| Unternehmen | Branchen, Unternehmensgröße, Unternehmensnamen, Unternehmenskategorie, Unternehmenswachstum, Unternehmensumsatz, Follower von Unternehmen, Kontakte in Unternehmen |
| Person | Jobtitel, Jobfunktionen, Karrierestufen, Kenntnisse, Jahre Berufserfahrung |
| Bildung | Abschlüsse, Studienfächer, Bildungseinrichtungen |
| Sonstiges | Interessen, Mitgliedsmerkmale, Profilsprache |
Kriterien lassen sich mit und und oder verknüpfen, und es gibt eine eigene Karte Personen ausschließen, die eine der Bedingungen erfüllen. LinkedIn erlaubt aber nicht jede Kombination, und adfinity sagt es vorher: „LinkedIn erlaubt die UND-Verknüpfung von … und … nicht. Entferne eines der beiden.", „… kann entweder ein- oder ausgeschlossen werden, nicht beides.", „… erlaubt höchstens … Werte."
Zwei Bequemlichkeiten: Zielgruppe aus Persona übernehmen füllt die Kriterien aus der hinterlegten Zielgruppe deines Unternehmens (und sagt, was es auslassen musste: „Persona übernommen. Nicht kombinierbar laut LinkedIn und daher ausgelassen: …"), und Durchsuchen öffnet die Werteliste eines Kriteriums.
Die Reichweitenschätzung, und die Untergrenze
Während du die Kriterien setzt, schätzt LinkedIn mit und zeigt das Ergebnis als Geschätzte Reichweite in LinkedIn-Mitgliedern. Das ist die nützlichste Rückmeldung des ganzen Editors, denn LinkedIn hat eine harte Untergrenze:
- Mindestens 300 Mitglieder, sonst liefert LinkedIn nicht aus: „Deine geschätzte Reichweite liegt unter 300 Mitgliedern, LinkedIn liefert die Anzeige dann nicht aus. Entferne einschränkende Kriterien oder ergänze Standorte."
- Und eine Empfehlung obendrauf: „LinkedIn empfiehlt für Sponsored Content Zielgruppen ab ca. 50.000 Mitgliedern. Kombiniere lieber wenige, klare Kriterien (z. B. Standort + Jobfunktion) statt zu eng zu filtern."
Manchmal ist die Schätzung nur ein Näherungswert, dann steht ein Tilde-Zeichen davor und der Grund dabei: „Näherungswert: LinkedIn kann diese Kriterien nicht messen, deine echte Zielgruppe ist also kleiner: …"
Bei sehr viel Suchen kann LinkedIn bremsen: „LinkedIn hat das Anfragelimit erreicht. Bitte in … Sekunden erneut suchen."
Reichweite erweitern
Zwei Schalter, die beide dasselbe Ziel haben und beide etwas kosten:
- Zielgruppenerweiterung aktivieren: „LinkedIn liefert zusätzlich an Mitglieder mit ähnlichen Merkmalen aus. Erhöht die Reichweite, verringert die Genauigkeit."
- LinkedIn Audience Network: „Liefert die Anzeige auch in Partner-Apps und auf Websites außerhalb von LinkedIn aus." Nicht überall verfügbar: „Das LinkedIn Audience Network ist für das gewählte Ziel oder Anzeigenformat nicht verfügbar."
Gebote als eigener Schritt
LinkedIn fragt ein Optimierungsziel ab („Das Ergebnis, auf das LinkedIn die Auslieferung optimiert. Die Auswahl richtet sich nach deinem Kampagnenziel."), mit Impressionen, Reichweite, Landingpage-Klicks, Interaktions-Klicks, Videoaufrufe, Leads oder Website-Conversions, dazu eine Gebotsstrategie.
Zwei Fälle nehmen dir die Wahl aus der Hand, und adfinity erklärt jeweils, warum: „Bei aktiver Budgetoptimierung legt LinkedIn die Gebotsstrategie auf Kampagnenebene fest, du änderst sie im Reiter „Kampagne"." und „Das Format „Textanzeige" läuft nur mit manuellem Bieten, die Strategie ist deshalb fest."
Ziel und Messung
Bei Lead-Zielen wählst du ein LinkedIn Lead Gen Form („Wähle das Lead-Formular, das die Anzeige öffnet."). Fehlt eines: „Für dieses Ad-Konto sind noch keine LinkedIn Lead Gen Forms synchronisiert."
Für die Messung gibt es Conversion-Tracking: „Wähle die Conversions, auf die LinkedIn optimieren soll. Sie werden im Campaign Manager auf Basis deines Insight Tags angelegt." Ist es freiwillig, sagt adfinity es auch: dann werden die Conversions gemessen, aber die Auslieferung wird nicht darauf optimiert.
Zwei Verbindungen, wie bei TikTok
LinkedIn Ads und LinkedIn Posts sind getrennt; die Beschreibung in der App sagt es deutlich: „Beide Verbindungen nötig."
Der Hinweis, der ernst gemeint ist
Unter der Zielgruppe steht ein Satz, den LinkedIn verlangt: „LinkedIn-Tools dürfen nicht dazu verwendet werden, aufgrund persönlicher Merkmale wie Geschlecht, Alter, Herkunft oder Ethnie zu diskriminieren." Er steht dort nicht zur Zierde: LinkedIn bietet bewusst kein Targeting nach Alter oder Geschlecht an, anders als Meta.
Höhere Klickpreise, kleinere Reichweite
Das ist keine Eigenheit von adfinity, sondern von LinkedIn, und der Grund, Laufzeit und Budget von Anfang an anders zu planen als bei Meta. Ist das Budget für die gewählte Konfiguration zu klein, weist LinkedIn es ab, und adfinity bietet Budget erhöhen an.
Häufige Fragen
Kann ich eine Facebook-Anzeige nach TikTok kopieren? Nicht als Kopie. Objektive, Formate und Zielgruppenmerkmale unterscheiden sich zu stark; du legst sie im jeweiligen Editor neu an. Medien und Texte kannst du aus der Mediathek und den Vorlagen wiederverwenden.
Warum sehe ich bei TikTok nur drei Kampagnenobjektive? Weil adfinity nur die drei anbietet, für die der Weg vollständig unterstützt ist. Eine halb unterstützte Kombination würde erst beim Senden auffallen.
Warum kann ich bei LinkedIn nicht nach Alter zielen? Weil LinkedIn es nicht anbietet. Das ist der Grund für den Hinweis zur Diskriminierung unter der Zielgruppe.
Meine LinkedIn-Zielgruppe ist „zu klein", obwohl viele Kriterien gesetzt sind. Genau deshalb. Jedes zusätzliche Kriterium verkleinert die Menge, und LinkedIn liefert unter 300 Mitgliedern gar nicht aus. Nimm Kriterien weg oder ergänze Standorte.
Meine LinkedIn-Kampagne steht nicht in der Auswahl. Entweder ist sie für adfinity nicht buchbar — abgeschlossen, Zeitraum abgelaufen, Restlaufzeit unter eurer minimalen Anzeigenlänge oder ohne buchbares Budget — oder sie ist neuer als der letzte Abgleich mit LinkedIn. Im zweiten Fall hilft Warten, im ersten nur eine neue Kampagne.
Warum kann ich Budget, Zielgruppe und Zeitraum nicht mehr ändern? Weil du eine bestehende LinkedIn-Anzeigengruppe übernommen hast. Diese Werte gelten für alle Anzeigen darin, nicht nur für deine — adfinity ändert sie deshalb nicht. Im LinkedIn Campaign Manager kannst du sie anpassen, dort gelten sie dann für alle Anzeigen der Gruppe.
Ich habe „weiter nutzen" gewählt und trotzdem eine neue Anzeigengruppe bekommen. Dann war die alte zwischenzeitlich nicht mehr verwendbar. adfinity legt in dem Fall eine neue an, statt abzubrechen, und blendet beim Öffnen des Editors den Grund ein.
Es fehlen Auswahlwerte bei den LinkedIn-Kriterien. Dann sind die Auswahllisten für dieses Unternehmen noch nicht abgeglichen. Sie kommen von LinkedIn und stehen nach dem nächsten Abgleich zur Verfügung; bleibt es dabei, hilft der Support.
Brauche ich für TikTok eigene Videos? Empfohlen ja. Hochformat und ein Schnitt, der in den ersten Sekunden zur Sache kommt, machen bei TikTok den Unterschied.
Laufen die Zahlen aller drei Plattformen in einen Bericht? Ja. Die Berichte fassen Plattformen zusammen; einzelne Kennzahlen gibt es aber nicht überall, was fehlt, steht im Anhang Grenzen, Limits und was noch kommt.